Am Sonntag, den 19. Januar 2020 fand traditionell der Neujahrsempfang des Ortsbeirats in der Stadthalle Bergen statt. Der Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung bestand in der Ehrung der Mannschaft des Jahres 2019. Hier war die Wahl auf die D1 des FC Germania Enkheim gefallen.
Eine Fußballmannschaft als Mannschaft eines Jahres auszuzeichnen ist grundsätzlich schwierig, weil die Saison nicht dem Kalenderjahr entspricht. Häufig ist der Meistertrainer im Winter der Folgesaison bereits entlassen und die Mannschaft hat durch Zugänge und Abgänge längst ein völlig anderes Gesicht erhalten. Bei der D1 der Germania tritt diese Schwierigkeit nicht auf. Die Mannschaft ist eine reine Jahrgangsmannschaft des Jahrgangs 2007, die Jungs werden folglich im Laufe dieses Jahres 13 Jahre alt und spielen im Kern bereits zusammen, seit sie fünf Jahre alt sind. In den letzten beiden Jahren ist die Mannschaft nahezu unverändert, die Abschlussfahrten nach den letzten beiden zurückliegenden Saisons erfolgten sogar in exakt identischer Besetzung. Auch der sportliche Erfolg ist ein ständiger Wegbegleiter der Mannschaft, obgleich es hierauf nie in erster Linie ankam. Es ging vielmehr immer darum, die Jungs sportlich und menschlich weiter zu bringen und die Mannschaft zu entwickeln aber nicht um jeden Preis. Es handelt sich gerade nicht um eine „gecastete“ Mannschaft, sondern um fußballbegeisterte Jungs aus Bergen-Enkheim und Umgebung, die sich bei Germania angemeldet haben, um Fußball zu spielen. Hervorzuheben ist der Trainingsfleiß der Mannschaft, es sind eigentlich immer bei jedem Training alle dabei und dies dreimal pro Woche. Hinzu kommen noch die Spiele, mindestens eines am Wochenende. Hinter dem Team steht der erfahrene DFB C- Lizenztrainer Angelo Gentile, sowie eine sehr engagierte Elternschaft, mit starkem Zusammenhalt, welche sich nahezu alle ehrenamtlich für das Team einbringen. So verfügt die Mannschaft aus der Elternschaft über ein aktives Co-Trainer und Betreuerteam mit Mannschaftsarzt, eine Mentaltrainerin, welche sowohl den Spielern als auch den Eltern wertvolle Hinweise gibt und Übungen vermittelt. Nicht genug, die Mannschaft kann sogar mit einem eigenen Lauftrainer aufwarten. Hervorzuheben ist der Teamgeist in der Mannschaft mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten auch außerhalb des Spielfeldes und einem starken Zusammenhalt, der sich unter anderem darin zeigt, dass alle Teammitglieder komplett in die Mannschaft integriert sind, völlig losgelöst von aktueller Form oder Leistung. In den letzten Jahren hat die Mannschaft mehrere Mannschaftsfahrten ins In- und Ausland mit Übernachtungen und Teilnahme an teilweise internationalen Turnieren, mal mit Eltern mal ohne Eltern mit großem Erfolg durchgeführt. Das qualitativ hochwertige Training und der Eifer der Jungs hat in den letzten Jahren fast automatisch dazu geführt, dass eine der erfolgreichsten Mannschaften entstanden ist, welche in den letzten Jahren für Germania gespielt hat. In den ersten Jahren eines jungen Fußballerlebens gibt es noch keine offiziellen Spielergebnisse und noch keine Tabellen. Dies ändert sich erst in der E-Jugend, das ist das Jahr, in dem die Kinder zehn Jahre alt werden. Bereits in der ersten Saison in der dies möglich ist, also im Jahr 2016/17 ist die Mannschaft Meister geworden. In der Folgesaison hat sie in der Kreisliga, das ist in diesem Alter die höchste deutsche Spielklasse, die beste Platzierung erreicht, je eine Germania E-Jugend geschafft hat. Die zurückliegende Saison hat die jetzige D1 wieder als Meister beendet, und befindet sich auch nun zur Halbzeit der Saison auf Platz eins der Kreisliga Frankfurt und kann sich mit dem inoffiziellen Titel des Herbstmeisters schmücken. Im Kalenderjahr 2019 war die jetzige D1 nach jedem Spieltags-Wochenende auf Platz eins der Tabelle oder zumindest punktgleich mit dem Ersten, wahrhaft eine Mannschaft des Jahres.
Das jüngste Kind der Germania Familie stammt aus Brasilien. Es handelt sich um die neu gegründete Abteilung Footvolley und Footmesa. Footvolley dürfte hierzulande zumindest ein wenig bekannt sein, diese Volleyball Variante erklärt sich durch den Begriff schon fast von alleine, einigen dürften auch die Bilder von den Stränden aus Rio de Janeiro bekannt sein, wo auf einem Volleyballfeld das Spiel zwei gegen zwei auf Sand ausgefochten wird und der Ball mit all den Körperteilen berührt werden darf, welche auch beim Fußballspiel zulässig sind. Mesa ist das portugiesische Wort für Tisch. Footmesa also eine Tischtennisvariante mit Fußballregeln, welche zwei Spieler aus der Mannschaft des Jahres gemeinsam mit zwei Protagonisten aus der neu gegründeten Germania Abteilung den staunenden Festgästen vorführten. Es sieht etwas komplizierter aus als ist, wenn man es zwei dreimal gespielt hat macht es einen riesigen Spaß, so Philipp Halbow, einer der Gründerväter der möglicherweise neuen Trendsportart in Deutschland. Jung und Alt sind bei Germania willkommen, zu schauen und zu testen.